12.05.2016

Die weltbesten Tourenwagen auf der Nordschleife

Die Königsklasse des Tourenwagensports kehrt auf die Nordschleife zurück: Beim ADAC Zurich 24h-Rennen wird die Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC erneut zwei Läufe auf der Nordschleife austragen. Die deutsche WM-Runde bildet damit einen Höhepunkt unmittelbar vor dem Start des Langstreckenklassikers und steht unter besonders spannenden Vorzeichen: Am vergangenen Wochenende konnte ein Honda-Trio die bisherige Citroën-Dominanz brechen. Nach dem Dreifach-Erfolg von Rob Huff (GBR) und seinen Markenkollegen Norbert Michelisz (HUN) und Tiago Monteiro (POR) im Hauptrennen ist die WM-Spitze deutlich zusammengerückt, und Monteiro rangiert nur noch 14 Punkte hinter dem Spitzenreiter und amtierenden Weltmeister José María López. Zuvor hatte sich im Eröffnungsrennen bereits der Niederländer Tom Coronel im Chevrolet durchsetzen können – auf der Nordschleife könnte die bisherige Dominanz der Citroën-Piloten damit ernsthaft gefährdet sein. Besondere Würze erhält das Rennen durch eine prominente Gaststarterin: Sabine Schmitz (Barweiler) wird im All-Inkl.com-Chevrolet ins Geschehen eingreifen. In einer zweiten Startgruppe gehen zudem die Piloten aus dem Tourenwagen-Europacup ETCC in die beiden Rennen und sorgen damit für zusätzliche Action.

Die WTCC-Saison ist noch jung – auf der Nürburgring-Nordschleife werden der neunte und zehnte von 24 Läufen absolviert. Doch die Ausgangspositionen sind bezogen – und der Mann, den es zu schlagen gilt, ist der amtierende Weltmeister: Der Argentinier José María López holte mit drei Rennsiegen und einem zweiten Platz bislang 138 Punkte und setzte sich damit in Führung. Auch für die Nordschleife gehört er zum engsten Favoritenkreis, holte er doch im vergangenen Jahr die Pole-Position und den Sieg im ersten Rennen. Doch schon seit dem Saisonstart macht die Honda-Fraktion mächtig Dampf und konnte in der letzten WTCC-Runde in Marokko einen Dreifachsieg im Hauptrennen einfahren. Der Lohn: Civic-Pilot Tiago Monteiro rangiert mit 124 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz, und sein Teamkollege Rob Huff liegt mit 98 Zählern ebenfalls in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Gerade auf Huff sollte man auf der Nordschleife achten. Der Brite wechselte zu Saisonbeginn von Lada zu Honda und bewies mit seinem Marokko-Sieg, dass er sich bestens an das neue Fahrzeug gewöhnt hat. Außerdem verfügt er auf der längsten Rennstrecke der Welt über reichlich Erfahrung – im vergangenen Jahr landete er beim 24h-Rennen im GT3-Mercedes in den Top-Ten und wird 2016 zum Fahrerquartett eines Mercedes-AMG GT3 des HTP-Teams gehören. Zum Kreis der Favoriten auf der Nordschleife gehört mit Yvan Muller (Frankreich) auch der Sieger des Hauptrennens in der Eifel 2015. Er lag nach den drei Runden auf dem 25,378 km langen Kurs gerade einmal 0,173 Sekunden vor seinem Markengefährten López. „Ich freue mich sehr darauf, zurückzukehren – auch, wenn man auf dieser Strecke einige graue Haare mehr bekommt“, flachst der Elsässer mit Blick auf die deutschen WM-Läufe. „Um die Nordschleife wirklich zu kennen, braucht man bestimmt 100 Runden. Sie ist extrem lang, mit unterschiedlichen Kurven, unterschiedlichen Belägen – das ist auch in Sachen Set-up extrem knifflig.“ Auch sonst hat die Situation in der WTCC vor den deutschen Läufen an Spannung gewonnen. So konnte der Niederländer Tom Coronel in Marokko im Eröffnungsrennen mit einem Laufsieg glänzen – dem besten Ergebnis eines Chevrolet Cruze in der aktuellen Saison.

Sabine Schmitz mit Gaststart im Chevrolet

Das Geschehen am Ring bekommt durch eine prominente Gaststarterin zusätzliche Würze. Sabine Schmitz tritt im Chevrolet Cruze des All.Inkl.com Team Münnich an. Die Nordschleifen-Amazone dämpft allerdings die Erwartungen: „Ich werde leider kaum zum Trainieren kommen, da ich am Donnerstag in England bin, um eine Folge von Top Gear aufzuzeichnen. Aber ich wusste: Da muss ich dabei sein! So bleibt mir jetzt nur, auf Regen zu hoffen.“ Auch neue Regeln machen die WTCC in diesem Jahr auf der Nordschleife noch spannender. So geht es im Anschluss an das WTCC-Qualifying am Freitag (12:45 – 13:45 Uhr) um Punkte für die Herstellerwertung: Im „MAC3“ (für „Manufactures Against the Clock“ – Hersteller gegen die Uhr) treten je drei Piloten eines Herstellers zum Mannschaftszeitfahren an. „Die Idee stammt aus dem Radsport, wo es ebenfalls Mannschaftsrennen gibt“, erklärt Serienmanager Eric Nève. „Wir wollten mal etwa ganz Neues. Die Piloten agieren sonst als Individualisten. Im MAC3 fahren sie nur für ihre Hersteller und bekommen selbst keine Punkte.“ Auf der Nordschleife ist der Ablauf sehr kompakt und dadurch spannend: Die drei Herstellerteams starten im Drei-Minuten-Abstand auf eine einzige fliegende Runde, bei der die Uhr erst stoppt, wenn das dritte Fahrzeug die Ziellinie passiert. „Wir sind alle sehr gespannt darauf“, blickt WTCC-Chef Francois Ribeiro voraus. „Die Frage ist, welche Taktik beim Kampf auf der langen Nordschleifen-Runde am besten funktionieren wird. Die drei Honda-Piloten etwa sprachen bereits davon, sich auf der zwei Kilometer langen Gerade der Döttinger Höhe gegenseitig anzuschieben, um etwas Zeit gutzumachen.“

ETCC: Deutsche Doppelführung in der Super-1600-Kategorie

Gemeinsam mit der WTCC geht der Europäische Tourenwagen-Cup (ETCC) auf der Nordschleife an den Start. Besonders attraktiv für Fans: Die Cup-Piloten starten in beiden Rennen gemeinsam mit der WM – sie werden in einer zweiten Startgruppe getrennt ins Rennen geschickt. Als Führender in der großen Super-2000-Klasse kommt der Schweizer Peter Rikli (Honda Civic) zum Ring. Er rangiert einen einzigen Zähler vor dem Tschechen Petr Fulín (Seat Leon), was einen heißen Tanz auf der Nordschleife verspricht. In der kleinen Super-1600-Kategorie der ETCC liegen vor den Saisonläufen fünf und sechs zwei Deutsche in Führung. Niklas Mackschin (21, Ford Fiesta) ist als Tabellenführer auf dem besten Weg, den S1600-Titel zu verteidigen. Zehn Punkte Vorsprung hat er derzeit vor seiner Markenkollegin Ulrike Krafft. Mackschin freut sich bereits auf die Nordschleife: „Das ist die absolut perfekte Rennstrecke, so aufregend und schwierig. Es wird ein hartes Wochenende für mich, denn die Strecke ist kompliziert und wir werden auch die WTCC-Tourenwagen im gleichen Rennen haben. Aber ich freue mich sehr darauf, mit der ETCC hier anzutreten.“

13. Mai 2016

Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC beim ADAC Zurich 24h-Rennen:

Starterliste WTCC

# Team / Fahrer Nation Fahrzeug

2 LADA Sport Rosneft LADA

Gabriele Tarquini Italien Vesta WTCC

3 T Sebastien Loeb Racing Citroën

Tom Chilton Großbritannien C-Elysée WTCC

5 Honda Racing Team JAS Honda

Norbert Michelisz Ungarn Civic WTCC

7 LADA Sport Rosneft LADA

Hugo Valente Frankreich Vesta WTCC

8 T ALL-INKL.COM Munnich Motorsport Chevrolet

Sabine Schmitz Deutschland RML Cruze TC1

9 T ROAL Motorsport Chevrolet

Tom Coronel Niederlande RML Cruze TC1

10 LADA Sport Rosneft LADA

Nicky Catsburg Niederlande Vesta WTCC

11 T Sebastien Loeb Racing Citroën

Grégoire Demoustier Frankreich C-Elysée WTCC

12 Castrol Honda WTC Team Honda

Rob Huff Großbritannien Civic WTCC

18 Castrol Honda WTC Team Honda

Tiago Monteiro Portugal Civic WTCC

25 T Sebastien Loeb Racing Citroën

Mehdi Bennani Marokko C-Elysée WTCC

27 T Campos Racing Chevrolet

John Filippi Frankreich RML Cruze TC1

37 Citroën Total WTCC Citroën

José-María López Argentinien C-Elysée WTCC

55 T Zengö Motorsport Honda

Ferenc Ficza Ungarn Civic WTCC

61 Polestar Cyan Racing Volvo

Fredrik Ekblom Schweden S60 Polestar

62 Polestar Cyan Racing Volvo

Thed Bjork Schweden S60 Polestar

68 Citroën Total WTCC Citroën

Yvan Muller Frankreich C-Elysée WTCC

89 T Nika International Chevrolet

John Bryant-Meisner Schweden RML Cruze TC1

99 T Zengo Motorsport Honda

Daniel Nagy Ungarn Civic WTCC

T: Punktet auch in der WTCC Trophy und ist punktberechtigt in der Teams Trophy

Stand: 8. Mai 2015 · Vorläufig · Änderungen vorbehalten

Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC beim ADAC Zurich 24h-Rennen:

Punktestände nach 6 von 24 Läufen

WTCC Fahrerwertung

1. José María López (ARG) 138 Punkte

2. Tiago Monteiro (POR) 124 Punkte

3. Rob Huff (GBR) 98 Punkte

4. Norbert Michelisz (HUN) 85 Punkte

5. Mehdi Bennani (MAR) 83 Punkte

6. Yvan Muller (FRA) 79 Punkte

7. Nicky Catsburg (NED) 52 Punkte

8. Tom Chilton (GBR) 44 Punkte

9. Tom Coronel (NED) 41 Punkte

10. Gabriele Tarquini (ITA) 36 Punkte

WTCC Herstellerwertung

1. Citroën 347 Punkte

2. Honda 308 Punkte

3. Lada 171 Punkte

4. Polestar 90 Punkte

WTCC Team’s Trophy

1. Sébastien Loeb Racing 128 Punkte

2. ROAL Motorsport 52 Punkte

3. Campos Racing 37 Punkte

4. All-Inkl.com Münnich Motorsport 27 Punkte

5. Zengö Motorsport 18 Punkte

WTCC Trophy

1. Mehdi Bennani (MAR) 78 Punkte

2. Tom Chilton (GBR) 57 Punkte

3. Tom Coronel (NED) 41 Punkte

4. John Flilippi (FRA) 34 Punkte

5. Grégoire Demoustier (FRA) 30 Punkte

Die vollständigen Punktestände sind unter www.fiawtcc.de zu finden.

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