08.05.2021

Luca Engstler: „Das Stresslevel wird bei 100 Prozent liegen“

Rennfahrer Luca Engstler hat 2021 ein straffes Programm: Der 21-jährige tritt als Werkspilot von Hyundai Motorsport Customer Racing im FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) an, wird aber auch in der ADAC TCR Germany mitmischen. Und auch für das ADAC TOTAL 24h-Rennen hat er sich einiges vorgenommen: den Saisonstart der FIA WTRC im Hyundai Elantra N TCR und – gemeinsam mit dem französischen WTCR-Kollegen Jean-Karl Vernay sowie Hendrik Still – das 24h-Rennen auf einem Hyundai i30N TCR. Im Interview blickt Luca Engstler auf die Saison und den Großeinsatz am Nürburgring voraus.

???: Beim 24h-Rennen gibt es für Dich ein straffes Doppelprogramm: Saisonstart in der WTCR und außerdem noch das 24h-Rennen. Wie hoch ist das Stresslevel an so einem Wochenende, und worauf konzentriert man sich?

Luca Engstler: „Das stimmt – in Prozenten ausgedrückt wird das Stresslevel bei 100 liegen. Aber ich bin ja auch gut vorbereitet auf das intensive Wochenende. Nach dem Saisonende 2020 ging es ins Trainingslager und jetzt bin ich körperlich sehr fit. Die Herausforderung beim Saisonauftakt ist natürlich die schwierige Strecke, das macht das Wochenende mental sehr fordernd. Aber natürlich hätte ich nicht diesen Beruf, wenn ich auf das Wochenende nicht mit purer Vorfreude blicken würde. Die Anspannung ist naturgemäß sehr groß. Es haben viele Menschen sehr viel Arbeit und Herzblut in den Einsatz gesteckt – und deshalb möchte man natürlich nicht das Auto schon in Stunde zwei in die Mauer knallen.“

???: Nach vielen internationalen Stationen gehst Du 2021 auch wieder in der ADAC TCR Germany an den Start, bist aber auch in der WTCR fest eingeschrieben. Wie sieht das weitere Programm aus – und welche Serie hat Priorität?

Luca Engstler: „Klar, die WTCR hat Priorität und bedeutet ein intensives Programm. Aber auch die ADAC TCR Germany fährt man nicht ‘nebenbei‘. International war ich in den vergangenen Jahren viel in Asien und habe dort tolle Leute kennen gelernt, schöne Siege und Titel geholt. Aber das weitere Programm ist noch nicht klar. Wenn morgen aber das Telefon klingelt und jemand fragt, ob ich Lust habe, irgendwo auf der Welt ein Rennen zu fahren, bin ich am Start. Das ist mein Leben.“

???: Hyundai wechselt gerade das TCR-Fahrzeug vom i30N TCR zum Elantra N TCR. Welches Fahrzeug fährst Du wann?

Luca Engstler: „In der WTCR treten wir im neuen Elantra an, ein komplett neues Auto. Das weicht im Fahrgefühl natürlich vom i30N TCR ab, den ich in der TCR Germany und beim 24h-Rennen fahre. Der Wechsel bedeutet immer wieder eine Umstellung, die anspruchsvoll ist, aber tolle Autos sind beide.“

???: Langsam geht es in die heiße Phase der Saisonvorbereitung. Was steht noch an bis zum WTCR-Auftakt am Nürburgring?

Luca Engstler: „Am Mittwoch vor dem 24h-Qualirennen waren wir zu Testfahrten auf der Nordschleife, um mit dem Elantra die notwendigen Anpassungen für den Saisonstart vorzunehmen. Jetzt fühlt sich das neue Auto gut an auf der Strecke. Nach dem 24h-Qualirennen, bei dem ich im i30 N antrete, steht noch der ein oder andere WTCR-Test an. Mit der ADAC TCR Germany waren wir bei den offiziellen Testtagen in Oschersleben, dort sind wir mit unserem Programm nun durch.“

???: Bringt der Start im familieneigenen Team besondere Belastungen durch zusätzliche Arbeit oder ist es einfacher, weil die Umgebung völlig vertraut ist?

Luca Engstler: „Es hat Vor- und Nachteile. Ein klarer Vorteil ist: Ich bin in zehn Minuten in der Werkstatt, kann persönlich mit Ingenieuren und Mechanikern sprechen oder mich in mein WTCR- oder TCR-Fahrzeug setzen. Aber man sollte es auch nicht überbewerten: Mein Arbeitgeber ist Hyundai Motorsport, und von dort erhalte ich meine Order. Am Ende ist es natürlich auch kein großer Unterschied, ob man ein Fahrzeug im eigenen Team oder einem anderen fährt.“

???: Hyundai gehört in der WTCR immer zu den Sieganwärtern, aber in der vergangenen Saison gaben andere den Ton an. Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Luca Engstler: „2020 war schon ein schwieriges Jahr für uns. Die Erwartungshaltung an Hyundai war nach zwei WM-Titeln gewaltig. Daran anzuknüpfen war – auch durch die geltende BoP – kaum möglich. Nun starten wir 2021 mit einem neuen Paket durch. Ziel ist immer, um den Sieg zu fahren, und dafür gibt bei Hyundai jeder 110 Prozent. Das wird schon beim Blick auf meine Teamkollegen deutlich, die ein gutes halbes Dutzend WM-Titel auf sich vereinen.“

???: Wer sind die Hauptkonkurrenten und wie sind Deine persönliche Saisonziele?

Luca Engstler: „In der WTCR würde ich mich selbst noch nicht in dieser absoluten Spitzengruppe einordnen, sondern sehe mich nach wie vor eher als Rookie. Immerhin glaube ich schon, dass ich mir in der Vergangenheit den Respekt meiner Mitbewerber erworben habe. Aber hart zu arbeiten und um den Titel zu fahren – das sind schon zwei verschiedene Paar Schuhe. Nach ein paar Rennen wird sich zeigen, wer aus der Hyundai-Mannschaft auf Titelkurs gehen kann, und es ist selbstverständlich, dass man dann dazu beiträgt und sich selbst hinten anstellt. In Deutschland haben wir den TCR-Titel im Visier. Nach den Testtagen wollte uns der ein oder andere schon zum Favoriten küren – aber da sollte man sich nicht täuschen: Auch in der TCR Germany fahren starke Piloten, die wissen, was sie können. Einfach wird es also nicht. Beim 24h-Rennen ist unser klares Ziel, für Hyundai den Klassensieg zu holen.“

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